Stronger than Borders

Widerstand - Flucht - Solidarität

Ausstellung

Stronger than Borders
Widerstand - Flucht - Solidarität

Unter dem Titel „Stronger than Borders“ stellen wir neben Bildern von professionellen Fotografen vor allem auch Fotos von Geflüchteten aus, die sie selbst auf ihrer Flucht gemacht haben. Die üblichen Aufnahmen in den Medien stellen sie häufig als Objekte dar. Diese Ausstellung hingegen soll den Raum öffnen, um Geflüchteten selbst die Möglichkeit zu geben durch Veranstaltungen und mit ihren eigenen Bildern von ihrem Weg zu erzählen. Neben Rundgängen mit den Geflüchteten gibt es ein umfangreiches politisches Rahmenprogramm!

Programm

Donnerstag, 3.12.2015

19:00 UhrEröffnung
19:30Vernissage u.a. mit Katja Kipping, Parteivorsitzende von DIE LINKE
im AnschlussRundgang mit Refugee Fotografen aus Syrien

Freitag, 4.12.2015

16:00 UhrTheaterstück des Refugee Impuls Club
18:00 UhrRundgang mit Jan Brock und Elsa Köster, den Fotografen von "Abduls Flucht"
19:00 UhrPodium: "Zwischen Willkommenskultur und Pegida, wo steht Deutschland?"
Mit Anne Stecker, Martina Renner (MdB, DIE LINKE), Sebastian Friedrich (Publizist, Autor des Buches "Der Aufstieg der AfD"
21:30 UhrFilm: "Immigrant Trip", Dokumentation einer Flucht aus Syrien eines Flüchtlings

Samstag, 5.12.2015

13:00 UhrWorkshop A: Raus aus der Objektrolle, mit Fotografie Gesellschaft aneignen
Mit Marinus Reuther, Fotograf
Workshop B: Europa zwischen humanistischer Idee und Frontex
Mit Mark Bergfeld (DIE LINKE.SDS Köln)
16:30 UhrLesung von "International Women's Space" – Frauen auf der Flucht
18:00 UhrRundgang mit Max Bondy
19:00 UhrPodium: "Fluchtursachen, Fluchtwege, Perspektiven"
ein moderiertes Gespräch mit Geflüchteten und FotografInnen

Sonntag, 6.12.2015

11:00 UhrRundgang

Konzept

Hintergrund

Weltweit befanden sich Ende 2014 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht – knapp 9 Millionen mehr als 2013, vor zehn Jahren waren es 37,5 Millionen Menschen. Die Steigerung von 2013 auf 2014 war die höchste, die jemals im Laufe eines Jahres statistisch dokumentiert wurde. „Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellen“, so UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. In den letzten 5 Jahren sind 15 neue Konflikte ausgebrochen - Acht davon in Afrika (Côte d‘Ivoire, Zentralafrikanische Republik, Libyen, Mali, Nordost-Nigeria, Südsudan und Burundi); drei im Nahen Osten (Syrien, Irak und Jemen); einer in Europa (Ukraine) und drei in Asien (Kirgisistan und in einigen Gebieten von Myanmar und Pakistan). Insbesondere der Vormarsch des IS in Syrien, die anhaltende Perspektivlosigkeit im Irak und den Balkanstaaten, sowie die Konflikte in Nordafrika haben dazu geführt, dass Europa und darin insbesondere reiche Länder wie Schweden, Frankreich, Deutschlang und Groß Britannien Fluchtziel vieler Menschen geworden sind. Aus der Verzweiflung des täglichen Überlebenskampfes und in der Hoffnung ihre Würde, wenn schon nicht in der Gegenwart wenigstens in der Zukunft zurück zu bekommen, reißen Hunderttausende Menschen die Zäune des europäischen Grenzregimes nieder.

Anders als die rassistischen Hetzer der CSU und AFD positionierte Angela Merkel sich als „Flüchtlingskanzlerin“, doch das derzeit öffentlich vermittelte Bild ist grundlegend falsch. Für eine wirkliche „Willkommenskultur“ sorgen die 14 Millionen Menschen (nach Schätzungen der ARD), die sich bisher in der Solidaritätsbewegung für Geflüchtete engagiert haben. Die Große Koalition hingegen verschärft abermals das Asylrecht und setzt in historischer Kontinuität ihre rassistische Einwanderungs- und Asylpolitik der letzten Jahrzehnte fort. Sie hält an den Waffenlieferungen nach Afrika und den Nahen Osten fest, unterstützt das Dublin II und III Abkommen, unterstützt den Aufbau mobiler Einsatztruppen im Mittelmeer, überschüttet Erdogan für seine Flüchtlingsaufnahme mit Geld und lässt ihn dafür freie Hand im Kampf gegen die Kurden. Deutschland und seine Bündnispartner tragen die Hauptverantwortung für die „Flüchtlingskrise“.

Merkels andere verbale Akzente in der Flüchtlingspolitik geschehen nicht etwa aus dem Grundgedanken christlicher Humanität, sondern sind eine Reaktion auf die Bedürfnisse des Deutschen Kapitals. Die Zuwanderung von arbeitsfähigen Menschen und damit die Vergrößerung des Pools an billigen Arbeitskräften schaffen der herrschenden Klasse neue Spielräume, Menschen untereinander in Konkurrenz zu setzen und somit das Lohnniveau insgesamt zu drücken. Die Geflüchteten wollen zwar arbeiten, sind aber „schlecht qualifiziert“, weshalb erneute Vorstöße gemacht werden den Mindestlohn auszusetzen. Unter dem Druck der Schuldenbremse wird in den Kommunen trotz Milliarden Gewinnen im Haushalt, unter dem Deckmantel der „Hilfe für Flüchtlinge“ weiter in Kultur, Bildung und sozialen Einrichtungen gekürzt werden.

Unser Projekt

Vor diesem politischen Hintergrund intervenieren wir als sozialistischer Studierendenverband mit unserer Fotoausstellung. Wir wollen uns dem Bild des „guten - verwertbaren“ und „falsch und faulen“ Flüchtlings konsequent entgegenstellen. In einem der reichsten Länder der Erde gibt es keine „Grenzen der Aufnahmekapazitäten“. Grenzenlos war bisher allenfalls die maßlose Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums in die Hände weniger Superreicher – 10 % der Menschen in Deutschen besitzen 63,7 % der gesellschaftlichen Vermögens, die knappe Hälfte so gut wie gar nicht. In keinem anderen Land Europas ist die Schere zwischen Arm und Reich so groß wie in Deutschland. Das Geld was den Kommunen für Flüchtlinge, Schwimmbäder und Schulen fehlt, liegt auf den unbesteuerten Konten der Millionäre und Milliardäre, die ihr Vermögen ganz ohne Grenzen über den Erdball verschieben können. Die Debatte um die Flüchtlingspolitik ist von der sozialen Frage nicht zu trennen. So wichtig die aufopferungsvolle, praktische Solidarität vieler Menschen in der Solidaritätsbewegung ist, muss es unsere Rolle sein, diese gegen die rassistische und neoliberale Politik der Bundregierung auszurichten.

Im Rahmen der Fotoaustellung werden wir in die zentralen Fragen der Flüchtlingspolitik um die Themenfelder Imperialismus im Afrika und Nahen Osten, rassistische Mobilmachungen, Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums und Perspektiven antifaschistischer Aktivitäten intervenieren.

Die ausgestellten Fotografien werden zum Großteil Bilder der Flucht von den Flüchtlingen selbst sein. Wir wollen den Menschen hinter den Zahlen in der Tagesschau ein Gesicht geben, ihre Geschichten erzählen und ihre Hoffnungen transportieren. Unsere Debatten sollen ein Ort für Studierende und verschiedene AktivistInnen zur gemeinsamen Strategiebildung werden, in denen wir Erfahrungen reflektieren und Perspektiven gemeinsamer Solidarität entwickeln.

Kontakt

DIE LINKE.SDS Berlin
Kleine Alexanderstraße 28
10178 Berlin

DIE LINKE.SDS

Gegründet im Mai 2007 gibt es Die Linke.SDS, kurz für Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband, mittlerweile bundesweit an rund 50 Hochschulen.

Die Linke.SDS streitet für bessere Studienbedingungen an den Hochschulen und versteht dies als Teil einer umfassenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung gegen den marktradikalen und antidemokratischen Umbau der Gesellschaft, gegen Sozialabbau, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aller Art, gegen Krieg und Umweltzerstörung.

Im Selbstverständnis heisst es: "Der Kapitalismus ist für uns nicht das Ende der Geschichte. Wir stehen ein für die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und stellen ihr unsere handlungsbestimmende Perspektive einer sozialistischen Gesellschaft entgegen."

Mit dem Namen bringt Die Linke.SDS als politisch und organisatorisch unabhängige Organisation die Nähe zur Partei Die Linke zum Ausdruck, als auch den Anspruch, an der außerparlamentarischen Tradition des SDS der 68er Bewegung anzuknüpfen.

SDS.Berlin

Den Berliner SDS gibt es seit der Gründung des Bundesverbandes - also seit 2007. Derzeit bestehen zwei aktive Gruppen an der Freien Universität (FU) und der Humboldt Universität (HU), mit an die 30 Aktiven.

Wir verstehen uns als SozialistInnen, die den Kapitalismus von unten überwinden wollen. Gleichzeitig streiten wir für bessere Studienbedingungen an den Hochschulen und verstehen dies als Teil einer umfassenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung gegen den marktradikalen und antidemokratischen Umbau der Gesellschaft, gegen Sozialabbau, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aller Art, gegen Krieg und Umweltzerstörung.

Wir organisieren an den Hochschulen verschieden Podiumsdiskussionen zu Themen wie "Verfassungsschutz und Rechtsterrorismus" und "Bildung in der Krise", veranstalten Lesekreise, wie etwa zu Marx' Kapital und bringen uns in die Arbeit in den Studierendenparlamenten ein. Darüber hinaus unterstützen wir aber sowohl bundes- als auch landesweite Kampagnen, sei es "Dresden nazifrei" oder "Blockupy". Somit kombinieren wir hochschulpolitische Themen immer auch mit gesamtgesellschaftlichen Problemen.